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Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 73,00 € |
74,35 € |
-1,35 € |
-1,82 % |
24.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0007667107 |
766710 |
- € |
- € |
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Vossloh Übernahme durch Knorr-Bremse nicht sehr wahrscheinlich 04.04.2011
Warburg Research
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Frank Laser, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Vossloh (ISIN DE0007667107 / WKN 766710) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die scheinbare Übernahme eines Anteils von ca. 10% (5,01% bisher offiziell berichtet) durch Herrmann Thiele, den Eigentümer und Aufsichtsratsvorsitzenden von Knorr-Bremse, habe im Markt zu einigen Spekulationen geführt. Zwar sei der entsprechende Aktienkursanstieg fundamental gerechtfertigt, eine vollständige Übernahme von Vossloh durch Herrn Thiele und/oder Knorr-Bremse erscheine allerdings eher unwahrscheinlich.
Knorr-Bremse sei weltweit führender Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge mit einem Jahresumsatz von knapp EUR 4 Mrd. Rund 55% vom Umsatz würden mit der Produktion von Bremssystemen für den Nah- und Fernverkehr von Schienenfahrzeugen generiert. Die Bremssysteme des Unternehmens würden in Hochgeschwindigkeitszügen sowie in Lokomotiven, selbst angetriebenen Zügen, U-Bahnen, Straßenbahnen und Lastkraftwagen eingesetzt. Darüber hinaus biete das Unternehmen Türsysteme und Klimageräte an.
Knorr-Bremse sei einer der größten Zulieferer von Vossloh in diesem Bereich. Vossloh beziehe vom Unternehmen Bremsen für ihre Lokomotiven (Volumen von ca. EUR 30 bis 40 Mio.) sowie Klimageräte (ca. EUR 20 Mio.). Damit stünden rund 6% von Vosslohs Umsatzkosten im Zusammenhang mit Knorr-Bremse.
Angesichts des erfolgreichen Nischenmarktansatzes beider Unternehmen im Bereich der Schienentechnik wäre eine potenzielle Übernahme aus strategischer Sicht sinnvoll. Beide Unternehmen seien weltweit tätig und Knorr-Bremse sowie Vossloh seien auf allen wichtigen Schlüsselmärkten der Welt vertreten (z. B. Europa, Nordamerika, China, Indien, Russland). Mit einer wesentlichen Beteiligung an Vossloh könnte Knorr-Bremse einen Leverage des eigenen Geschäftsportfolios erreichen und sollte die Synergien bei Einkauf und Vertrieb heben können.
Aktuell würden ca. 32% von Vossloh von der Familie Vossloh und 10% vom Unternehmen selbst gehalten. Der derzeitige Free Float (ohne die Beteiligung von Herrn Thiele) liege bei rund 53%. Damit könnte eine vollständige Übernahme des Unternehmens nur mit der Zustimmung der Familie Vossloh realisiert werden.
Dabei sei allerdings zu bedenken, dass dieser Anteil eine erhebliche Anzahl von Familienmitgliedern vereine, was intensive Verhandlungen nach sich ziehen würde. Angesichts der hohen Profitabilität und soliden Wachstumsperspektive von Vossloh sei davon auszugehen, dass eine Absicht der Familie, den Anteil zu verkaufen, als recht niedrig eingeschätzt werden könne. Obwohl Knorr-Bremse über eine Nettoliquidität von ca. EUR 200 Mio. verfüge (ca. 25% vom Eigenkapital des Konzern), müsste das Unternehmen zudem weitere EUR 200 bis 520 Mio. für die Übernahme einer Sperrminorität (25%) oder einer Mehrheitsbeteiligung (50%+1) investieren. Dies würde jedoch weitere Investitionen durch Herrn Thiele als Privatperson erforderlich machen.
Das Interesse an Vossloh durch Herrn Thiele könne als thematisch positiv gesehen werden, da es die hohe Qualität des Unternehmens belege. Eine intensivere Kooperation zwischen Vossloh und Knorr-Bremse könnte für beide Unternehmen eine Gewinnsituation darstellen. Die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung dürfte allerdings unwahrscheinlich sein und als eher kontraproduktiv gesehen werden, insbesondere wenn so ein Vorhaben gegen der Willen der Familie Vossloh wäre.
Die Analysten von Warburg Research raten die Aktie von Vossloh unverändert zu kaufen. Das Kursziel von EUR 110 werde bestätigt. (Analyse vom 04.04.2011) (04.04.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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